30 Tage RückgaberechtKostenloser Versand & RückversandHilfe & Kontakt

Interview: Zu Besuch bei Ian Archer

Möbel, die uns viele Jahre Freude bereiten und uns daher lange durchs Leben begleiten – das ist die Mission des britischen Designers Ian Archer. Das Resultat? Entwürfe, die durch zeitloses Design, hochwertige Materialien und ein hohes Maß an Funktionalität überzeugen.
 

Was ihn in seiner täglichen Arbeit inspiriert und wie er selbst zuhause wohnt, haben wir Ian Archer im Interview gefragt:

 

Was hat dich darin beeinflusst, Möbeldesigner werden zu wollen?

Bereits in jungen Jahren habe ich mich für das Zeichnen und Gestalten von 3D-Modellen interessiert und war auch immer schon sehr Fashion-affin – kein Wunder, schließlich bin ich in einer Familie mit drei coolen, älteren Schwestern aufgewachsen. Im Laufe der Zeit habe ich angefangen, die Verwendung von Stoffen und Materialien vom Fashionbereich aufs Möbeldesign zu übertragen. Zeitlich fiel dieser kreative Entwicklungsprozess in die postmodernen Strömungen der 80er Jahre. Der gewagte Einsatz von Farben und die gleichzeitige Verspieltheit des Designs jener Tage hat mich nachhaltig geprägt. Bis heute experimentiere ich bei meinen Entwürfen daher viel mit Farben und Formen.

 

Glaubst du, dass es gutes oder schlechtes Design gibt? Wenn ja, was ist für dich gutes Design? Wenn nein, warum nicht?

Ich denke schon, dass es wirklich schlechtes Design gibt – Produkte also, die weder optisch ansprechend noch funktional sind. Gleichzeitig gibt es aber auch Designentwürfe, denen es an nur einer Komponente mangelt: So kann ein Objekt zwar gut durchdacht sein, beim genaueren Betrachten aber ästhetische oder funktionale Schwächen aufweisen. Den meisten Produkten kann man es jedoch verzeihen, wenn sie beispielsweise nicht überaus bequem sind, dafür aber durch herausragende Schönheit überzeugen. Und ist ein Produkt funktional brillant durchdacht, so rücken optische Schwächen schnell in den Hintergrund. Wahrhaft großes Design sollte – meiner Meinung nach – jedoch in allen Bereichen überzeugen: durch ein ansprechendes Äußeres, indem es seinen Zweck erfüllt, erschwinglich und nachhaltig ist.
 

Sofa Ampio
Sofa Ampio

 

Welche Tipps hast du für unsere Kunden, die ihr Zuhause neu einrichten wollen?

Meine Tipps für den Möbelkauf? Ganz einfach: Lebe deinen eigenen Stil! Investiere daher nur in Dinge, die dir wirklich am Herzen liegen. Qualität ist alles! Wenn sich der eigene Geschmack mal ändert, kann man ein qualitativ hochwertiges Produkt auch nach Jahren noch verkaufen und gegen ein neues Möbel eintauschen.

 
Was wäre ein absolutes No-Go für dich, wenn es um Einrichtung geht?

Glasbausteine finde ich in Inneneinrichtungen furchtbar! Es gibt keinen wirklich logischen, nachvollziehbaren Grund für diese Abneigung – vermutlich hat mich etwas in meiner Kindheit geprägt oder erschreckt.

 
Stichwort Nachhaltigkeit: Wie wichtig ist dir das Thema beim Design?

Das Thema Nachhaltigkeit spielt eine wichtige Rolle bei meiner Arbeit. So gibt es beispielsweise natürliche, durchaus brauchbare Alternativen zu synthetischen Schaumstoffen, die man für Polstermöbel verwenden kann. Zudem stammt nahezu jegliches Holz, das in Westeuropa für die Möbelproduktion verwendet wird, aus nachhaltig bewirtschafteten Bezugsquellen und bereitet somit die Basis für ein ökologisch wertvolles Produkt. Ich bin überzeugt, dass die Schaffung langlebigen Designs – sowohl hinsichtlich ästhetischer Aspekte, als auch in Bezug auf die Herstellungsqualität – ausschlaggebend dafür ist, dass Menschen meine Möbel länger behalten. Die Langlebigkeit eines Produktes ist für mich daher der wichtigste Aspekt von Nachhaltigkeit – insbesondere in der heutigen Gesellschaft, in der viele Dinge zu Wegwerfgütern oder Einwegartikeln werden. Nicht zuletzt auch Möbel!

 

Sessel Maximus
Sessel Maximus

 

„Zuhause” – was bedeutet das für dich?

„Zuhause“ bedeutet für mich die perfekte Verschmelzung von Familie, Entspannung und Arbeit. Mein eigenes Zuhause würde ich daher als sehr persönlich und individuell beschreiben: Hier und dort liegen Spielzeug und Bücher meiner Kinder herum, man findet Mitbringsel von unseren Reisen, Fotos von Freunden und Familie sowie unsere Lieblingsmalereien. Den Mittelpunkt unseres Zuhauses bilden Küche und Essbereich, wo wir oft laut Musik spielen oder selber laut und fröhlich sind. Dort steht auch mein Lieblingsstuhl (eine meiner eigenen Kreationen) auf dem ich oft sitze, zeichne oder Skizzen entwerfe, während um mich herum das Familienleben tobt.

 
Kannst du uns ein bisschen etwas zu deinem Sessel-Design Maximus erzählen? Was hat dich inspiriert, mit welchen Problemen hattest du während des Designprozesses zu kämpfen? Und warum hast du dich für genau diese Materialien entschieden?
Maximus ist das Resultat intensiver Überlegungen: Wie genau muss ein Sessel konzipiert sein, damit er besonders gemütlich ist, viele Menschen anspricht und gleichzeitig die unterschiedlichsten Bedürfnisse bedient? Das Resultat ist ein Sitzmöbel, das durch eine raffinierte Kombination aus klaren, eleganten Linien und einer besonders weichen Polsterung überzeugt. Die größte Herausforderung bestand darin, die Fülle und Dicke der Kissen so zu minimieren, das der Sessel bequem ist, gleichzeitig in seiner Gesamterscheinung aber nicht zu üppig oder voluminös wirkt. Die Geometrie der Sitzfläche und Rückenlehne wurde genau aufeinander abgestimmt, sodass eine minimale Dicke der Polsterung erreicht werden konnte. Die maßgeschneiderten Metallkufen sind das sprichwörtliche i-Tüpfelchen dieses Designentwurfs – und selbst hier haben wir vielfach Anpassungen vorgenommen, bevor wir wunschlos glücklich mit dem Resultat waren.

Ian Archer, wir bedanken uns herzlich für das interessante Interview!

 

Wollen Sie mehr über Ian Archer erfahren? Hier finden Sie ein Porträt des britischen Designers »