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Interview: Zu Besuch bei Salih Teskeredžić

Salih Teskeredžić ist ein international erfolgreicher, bosnischer Designer mit eigenen Büros in Wien und Sarajevo. Wir haben ihn zum Interview getroffen und ihn als intelligenten, gefühlsbetonten Menschen kennengelernt, der Design liebt und lebt.
Was hat dich dazu bewegt, Designer zu werden?

Ich bin eher durch Zufall Designer geworden. Als Kind wollte ich nämlich eigentlich Maler werden. Nach meinem Architekturstudium habe ich dann festgestellt, dass meine Profession mit Kunst und kreativer Arbeit eng verbunden ist. Etwas Neues zu entwerfen – das mache ich am liebsten. Ich liebe die Entwicklungs- und Entwurfsphasen meiner Arbeiten und die Entstehung meiner Produkte mitzuerleben bereitet mir unschätzbare Zufriedenheit.
Meine ersten professionellen Schritte als Möbeldesigner absolvierte ich während meines Architekturstudiums als Stipendiat bei einem Möbelhersteller. Dort erlag ich sofort der Magie des Entwerfens und Gestaltens. Viel Freiheit bei der Arbeit, der Zugang zu vielen Werkstoffen und Geräten sowie die geschickten Handwerker, die ich jederzeit um Hilfe bitten konnte, waren einfach eine perfekte Mischung. Auf den Punkt gebracht: Ich fühlte mich dort wie bei „Alice im Wunderland“ – wie in einer verzauberten Welt, die mich ganz in ihren Bann gezogen hat. Nach dem Stipendium war ich mir sicher, dass dieser Beruf mich auch auf Dauer erfüllen würde.

 

Was ist wichtiger für dich: Funktion oder Design?

Am Anfang eines jeden Projektes steht die Erforschung, Analyse und Identifizierung des Problems, auf dessen Basis ein neues Produkt entstehen soll. Neue Objekte sollten meiner Meinung nach nämlich immer einen Lösungsansatz für ein vorhandenes Problem darstellen. Die Identifizierung dieses zugrunde liegenden Problems stellt die größte Schwierigkeit dar. Die Lösung kommt dagegen meist von ganz allein. Bei der Entwicklung des Produktes müssen dann sowohl technologische, wirtschaftliche, marktspezifische, aber natürlich auch ästhetische Aspekte berücksichtigt werden. Dabei sollte nach Möglichkeit kein Kriterium das andere dominieren. Ein „gesundes Produkt“ entsteht nur dann, wenn alle genannten Kriterien in Betracht gezogen werden und es für den Markt und Konsumenten einen Nutzen erfüllt.

 

Welchen Stil ziehst du im Privatleben vor? Zeigt sich dieser in deinen entworfenen Möbelstücken?

Es fällt mir nicht leicht, meinen persönlichen Stil zu beschreiben. Natürlich entsprechen meine eigenen Designentwürfe auch meiner Vorstellung von ästhetischem Design. Viel interessanter finde ich es jedoch, mir Gedanken über meine Einstellung zu Design zu machen, die sozialen Anforderungen und kulturellen Einflüssen auf Design zu erforschen. Ein Produkt kann mit oder ohne positive Energie entstehen, manchmal vielleicht auch einfach aus einer zufälligen Idee. Das Endresultat kann für den Kunden entweder anziehend oder abstoßend sein, abhängig von der Energie, die von dem Designer auf das Objekt übertragen wurde. Für mich ist spannend, die Reaktionen der Kunden mitzuerleben, die sich für eines meiner Produkte entscheiden. Es ist schön zu sehen, wenn jemandem mein Werk gefällt und wenn eine emotionale Bindung zu dem Objekt aufgebaut wird. Das wichtigste ist, dass die Chemie zwischen Käufer und Produkt stimmt! Perfekt ist ein Designobjekt somit erst dann, wenn es von seinem Besitzer als so wertvoll geachtet wird, dass er es im Notfall aus dem Feuer retten würde.

 

 

Kollektion Loca
Kollektion Loca

 

 

Welche Herausforderungen hattest du während des Entwurfs- und Produktionsprozesses der Loca-Kollektion zu bewältigen?

Bei meiner Kollektion „Loca“ stechen die abgerundeten Formen und verwendeten Materialien besonders heraus. Als eine weitaus größere Herausforderung als die Auswahl der perfekten Materialkomposition empfand ich jedoch die Aufgabe, persönliche Erinnerungen meiner Kindheit und Jugend in die Kollektion einfließen zu lassen. Am Ende habe ich Retro-Elemente mit modernen, zeitlosen Designdetails kombiniert. Wenn man diese Details in den einzelnen Elementen der Loca-Kollektion erkennt, bin ich zufrieden. Noch mehr würde es mich allerdings freuen, wenn die Kollektion auch nach 20 Jahren noch positives Feedback erhält.

 

 

Kollektion Loca
Kollektion Loca

 

 

Wie würdest du mit Loca einen Raum einrichten?

Die Loca-Kollektion besteht aus zahlreichen Einzelstücken, die so funktional gestaltet sind, dass sie sich für den gesamten Wohnraum eignen. Durch die Kollektion werden alle Bedürfnisse einer Wohnung gedeckt: Es gibt Produkte für das Wohnzimmer, Esszimmer, Schlafzimmer und den Flur. Loca-Möbel werden schnell zu Lieblingsstücken, auf die man immer zählen kann und die immer für einen Blickpunkt im Raum sorgen. Durch das unaufdringliche, edle Design gestaltet es sich zudem besonders einfach, Loca mit anderen Elementen, Materialien und Stilen in der Wohnung zu kombinieren.

 

Welche aktuellen Möbel-Trends gefallen dir besonders, bzw. welche Trends erwarten uns?

Ein Trend, den ich mit meiner Loca-Kollektion verbinde, ist die Globalisierung einer entfremdeten Gesellschaft – einer Gesellschaft, die wieder einen Schritt zurück geht und sich auf Werte wie Ethik und Moral, Qualität, Immaterialität und echte Gefühle zurückbesinnt. Diese Werte manifestieren sich als Elemente des Retro-Futurismus. Durch den Entwurf neuer Produkten versuche ich, diese ursprünglichen Werte in die heutige Zeit zu übertragen.

 

Salih Teskeredžić, vielen Dank für den Blick hinter die Kulissen und das tolle Interview!

 

Hier geht’s zum Designerprofil von Salih Teskeredžić.